Der Maibaum - majski bom Maibaum und Maizweige mit frischem Grün verkörpern den Wachstumsgeist, der Gesundheit und Fruchtbarkeit bringen soll. Im volkstümlichen Kalender vieler Völker wurde der 1. Mai als Beginn des Sommerhalbjahres gefeiert.
Mitten im Ort aufgestellt und ängstlich bewacht ist der Maibaum der Lebensbaum des ganzen Dorfes.
Die Dorfjugend stellt den Maibaum mancherorts am Vorabend des 1. Mai, mancherorts am Morgen des 1. Mai feierlich auf.
Am Wipfel eines meterlangen geschälten Stammes ist eine grüne Birke befestigt und darunter sind ein oder zwei Kränze mit bunten Bändern befestigt.
Den Stamm ziert noch eine lange grüne Girlande. Der Maibaum muss in der ersten Nacht sorgsam bewacht werden. Schafft es die Jugend eines anderen Dorfes schaffen, den Maibaum abzusägen oder zu stehlen, ist das eine Blamage für das ganze Dorf. Der Maibaum darf dann in den nächsten 7 Jahren nicht aufgestellt werden.
Johannisreiten 24. Juni - Jańske rejtowanje 
Auf besondere Weise widerspiegelt sich im Johannisfest das enge Verhältnis der Menschen zur Natur, die um die Zeit der Sommersonnenwende ihre größte Kraft entfaltet.
Nach altem Volksglauben ist dieser Tag der größte Wundertag des Jahres. Die Menschen glaubten, dass vor allem von der Johannisnacht besondere Heilkräfte ausgingen.
Das Johannisreiten, das in der Mitte des 19.Jh noch in mehreren Dörfern der Niederlausitz als Fest gefeiert wurde, wird heute nur noch in einem Dorf bei Drebkau, in Casel gepflegt. Träger ist heute nicht mehr die Dorfjugend, sondern ein eigens dafür gegründeter Traditionsverein.
Im Mittelpunkt steht die Figur des "Johann" oder "Jan", eine Maskengestalt, die
den Wachstumsgeist verkörpern soll. Das geht deutlich daraus hervor, dass er in Blumen und Grün gekleidet und durch das Überstülpen der Krone völlig bedeckt ist. Die Vorbereitungen zu diesem Fest sind sehr umfangreich und erfordern einige Mühe. Tausende Kornblumen werden benötigt, um den eigenartigen Schmuck des "Johann" herzustellen. Bereits am Vortag sammelt jedes Mädchen große Sträuße, um daraus einige Meter Ranken und Kränze zu flechten.
Den Burschen obliegt es, im Morgengrauen die Seerosen zu beschaffen, die neben Rosen und Karthäusernelken für die Krone des Johann benötigt werden.
Die Blumen bringen Freude am Leben und an gesegneten Fluren zum Ausdruck, Kornblumen werden zudem als Heilkräuter verwendet, während die Seerosen und
Simsenstengel auf die Verbindung zum lebensspendenden Wasser hindeuten.
Am Vormittag des Festtages beginnen die Mädchen mit dem Ankleiden des Johann. Vom Halsausschnitt beginnend werden die Kornblumenranken an der Bekleidung bis zu den Knien angenäht. Ist er dann vollständig geschmückt, reitet er gemeinsam mit Burschen des Dorfes vom Gasthof aus mit einer Blaskapelle zum Festplatz. Vor den Reitern gehen die Mädchen in weißen, mit blauen und roten Streifen besetzten Kleidern. Sie tragen eine zweite Krone, die der Johann am Abend beim Ehrentanz überreicht bekommt. Auf dem Festplatz angekommen, reitet der "Johann" zunächst einige Male mit seinem gesamten Gefolge durch die Menge der Zuschauer. Die Begleiter haben die Aufgabe, ihn vor dem Zugriff der Zuschauer zu schützen, die ihn vom Pferd holen wollen, um ihn seines Blumenschmucks zu berauben.
Nach einigen Ritten scheiden dann die Begleiter nacheinander aus und schließlich
reitet der Johann nur noch allein. Erst jetzt gelingt es den Zuschauern, ihn anzuhalten und förmlich zu rupfen. Die erbeuteten Blumen gelten als Glücksbringer. Anschließend geht es wieder mit Musik zurück zum Gasthof, wo der Tag bei fröhlichem Tanz ausklingt.
Jänschwalder Bescherkind - Janšojski bog 
Der regionaler Vorweihnachtsbrauch, das Bescherkind, ist in der Niederlausitzer Trachtenregion nur noch in der Gemeinde Jänschwalde bis zur Gegenwart lebendig geblieben.
Er ist zurückzuführen auf die Spinnstube, zu der die Mädchen des Dorfes von Mitte Oktober bis zum Aschermittwoch allabendlich in einem der Bauernhäuser zusammenkamen. Am Mittwoch vor Weihnachten traf man sich zur letzten Spinnstube des Jahres und das älteste Mädchen oder das Mädchen, welches im nächsten Jahr heiraten sollte, wurde von den anderen als Bescherkind angekleidet.
Die Tracht des "Janšojski bog" wird aus den schönsten Teilen der Niedersorbischen Tracht zusammengestellt. Besonders aufwendig ist der Kopfputz. Ihn zieren Hochzeitsgirlanden und Kränze von 3 Brautjungfern. Vor dem mit weißem Tüll verdeckten Gesicht hängen noch bunte Bänder und Ketten. Niemand sollte das Bescherkind erkennen.
Über einem roten Bandrock werden zwei weiße Schürzen und noch dazu 4-5 bunte bestickte Rockbänder von anderen Röcken angesteckt. Begleitet wird der "Janšojski bog" von zwei Mädchen, die die Spinnstubentracht tragen. Gemeinsam gehen sie von Haus zu Haus und kündigen mit einem Glöckchen ihr Kommen an.
In der Hand hält das Bescherkind eine mit bunten Bändern umwundene Birkenrute, mit welcher es an die Fenster der Häuser schlägt. Die Begleiterinnen warten draußen.
Schweigend beschert der "Janšojski bog" den Kindern aus seinem am Handgelenk getragenen Bündelchen eine handvoll süßer Geschenke Die Eltern und Großeltern streift das Bescherkind mit der Rute, um mit seiner Kraft für das neue Jahr Gesundheit und Glück zu wünschen.
weiter zum Teil 5
Vielen Dank der Sorbischen Kulturinformation LODKA, Frau Doreen Hufnagel und Frau Milena Stock, für die Bereitstellung dieses Beitrages. Hier erfahren Sie mehr über die Sorbische Kulturinformation LODKA